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Gildereisen

Gildereise 15.-23. Oktober 2018, Marken u. Umbrien

Siehe weiter die von Franz Reischer zusammengestellte vollständige Bildergalerie
https://photos.app.goo.gl/ZWQDbD7SniubkbR87
Text: Helmut Racher

15.10.: Von Linz bis Arnoldstein werden die Teilnehmer der Gildereise „eingesammelt“. Für sie ist im Gasthof Wallner, den wir von den Gildetagen 2017 noch kennen, die erste Nächtigung.

16.10.: Frühmorgens kommen auch die Teilnehmer aus Kärnten dazu und unsere Reisegruppe ist nun mit 35 Personen fast komplett. Diesmal gibt es zwei Reiseleiter: Dr. Wilhelm Deuer übernimmt die Emilia Romagna und die Marken, während unser Obmann Mag. Willi Remes für Umbrien zuständig ist. Im Bus bringt uns Dr. Wilhelm Deuer die interessante, aber komplizierte Geschichte der von uns besuchten Regionen nahe. Dann der erste Höhepunkt: die ehemalige Benediktinerabtei Pomposa. Sie gilt als ein Highlight der Kunstgeschichte Italiens, ist doch die romanische Klosterkirche mit ihrer eleganten Fassade seit 1650 (Ende des Klosters) bis heute unverändert geblieben. Auch Kapitelsaal, Arbeitsraum der Mönche und Dormitorium (mit Lapidarium) bieten dem Interessierten viele Fresken und andere Kostbarkeiten.

Nächster Halt ist Rimini. Hier holen wir zunächst Altbischof Maximilian Aichern vom Bahnhof ab (er war bei der Heiligsprechungsfeier in Rom gewesen). Dann, bei einer Stadtrundfahrt, die große Überraschung: Die Stadt ist nicht bloß ein lauter Badeort, sie hat in ihrer Altstadt auch für den Kunstfreund eine Menge zu bieten. Etwa die 2000 Jahre alte Ponte di Tiberio, über die noch heute der Verkehr fließt, oder den antiken Augustusbogen. Dr. Deuer führt uns zum Tempio Malatestiano, einer gotischen Kirche, die der Condottiere Sigismondo Malatesta 1450 zu seinem Ruhm als Mausoleum umgestalten ließ. Dazu wurde das Bauwerk in reinster Renaissance ummantelt und es erhielt eine prächtige (unvollendete) Fassade. Das Besondere an dieser heutigen Kathedrale: alle Kunstwerke im Inneren der Kirche behandeln profane und nicht religiöse Themen. Nun geht es ins Hotel nach Pesaro.

17.10.: Ancona: Beim Stadtrundgang sehen wir viel Interessantes: eine Jugendstil-Markthalle, den Fontana del Calamo (16. Jh.), das 5-eckige Lazzaretto und den Trajansbogen im Hafen, die Chiesa San Domenico mit ihrer eindrucksvollen Treppenanlage, und die Chiesa di Santa Maria della Piazza mit ihrer originellen romanischen Fassade. Über viele Stufen keuchen wir auch hinauf zum romanischen und löwenbewehrten Dom San Siriaco. Von hier bietet sich ein prächtiger Blick über den Hafen mit den großen Fährschiffen. Dann geht es mit dem Bus südwärts in das hoch über der Adria gelegene hübsche Städtchen Sirolo zur verdienten Mittagspause.

Der berühmte Wallfahrtsort Maria Loreto, einer der meistbesuchten Pilgerorte Europas, ist unser nächstes Ziel. Im Inneren der Basilika zieht uns natürlich das Casa Santa in seinen Bann. Dabei handelt es sich nach der Legende um das Wohnhaus Mariens in Nazareth, das Engel hierher gebracht haben. Das Äußere des schlichten Raumes ist mit prächtigen Marmorkunstwerken verkleidet. In einer der vielen Kapellen hält Msgr. Mag. Josef Bierbauer für uns eine Marienandacht. Zu guter Letzt besichtigen wir auch noch den Schatzsaal (Sala del Pomerancio). Beim Abstieg zum weit unten gelegenen Bus-Parkplatz verlieren wir unseren Altbischof, doch unser Busfahrer konnte ihn gottlob wiederfinden.

18.10.: Pesaro will sich als Stadt der Musik präsentieren, ist es doch der Geburtsort des be-rühmten Komponisten Gioacchino Rossini. In einem kurzen Rundgang sehen wir in einem strandnahen Park die 1998 geschaffene Weltkugel „Sfera Grande di Pomodoro“. Jugendstil total bietet die Villa Ruggieri. Der Dom geht auf spätrömische bzw. frühchristliche Ursprünge zurück. Aus dieser Zeit stammen prächtige Mosaike, die man im Inneren der Kirche durch Glasscheiben bewundern kann.

Urbino nennt sich die Stadt des Geistes, der Kunst und der Poesie. Sie verdankt es Federico da Montefeltro, Herr der Stadt im 15. Jahrhundert. Der Palazzo Ducale ist einer der bedeutendsten Residenzen der Renaissance in Italien. Wir besuchen natürlich die im Herzogspalast untergebrachte Nationalgalerie mit ihren zahlreichen Kunstwerken, darunter die weltberühmte „ideale Stadt“ und das Mädchenbild „La Muta“ von Raffael, der ja in Urbino geboren wurde. Das Stadt-bild wird heute sehr stark geprägt von vielen Studenten. Vielleicht hat unsere Stadtführerin des-halb ihre wortreichen Erklärungen mit so vielen philosophischen Erkenntnissen garniert.

Die Festung Gradara zählt zu den besterhaltenen Burganlagen Italiens. Wir haben genug Zeit, um gemütlich durch die mittelalterlichen Gässchen zu flanieren.

19.10.: Wir verlassen Pesaro und fahren durch das Val di Chienti. Hier warten zwei uralte roma-nische Kirchen auf uns, die vielleicht sogar auf die Karolinger-Zeit zurückgehen. Die Basilica di S. Maria a Pie‘ di Chienti ist eine dreischiffige Kirche. Ungewöhnlich an ihr ist die Empore über dem Chor, sie hat also zwei Etagen. Die Chiesa di San Claudio al Chienti wird von zwei Türmen flankiert und besitzt zwei Portale übereinander. Der zufällig anwesende Ortspfarrer freut sich über unseren Besuch und erzählt über seine Kirche.

Die Universitätsstadt Macerata – typisch auf einem Berg gelegen – erreichen wir durch einen Aufzug. In der hübschen Altstadt halten wir unsere Mittagsrast. Im Valle di Umbra angekommen, besuchen wir Montefalco, den Balkon Umbriens, weil sich hier eine faszinierende Aus-sicht über die Tallandschaft bietet. Das mittelalterliche Städtchen hat aber auch mit tollen Fresken in der Augustiner-Kirche aufzuwarten. Im Museo di San Francesco gibt es den Freskenzyklus von Benozzo Gozzoli und andere Schätze zu sehen. Auch der Rotwein aus dem Ort hat einen großen Namen. Am Abend erreichen wir Assisi. Das Hotel La Rocca mit seinen Dependancen wird unsere Bleibe für die restlichen Tage sein.

20.10.: Assisi ist der heutige Tag gewidmet. Schon früh besuchen wir das Heiligtum San Francesco. Bruder Andreas wartet schon auf uns. Er zeigt uns zunächst die Unterkirche, dann die Oberkirche, die mit ihrem Freskenzyklus von Giotto zu den schönsten Räumen Italiens zählt. Andächtig besuchen wir auch die Grablege des hl. Franziskus in der Krypta. Nach dem Mittagessen in La Rocca ist ein Stadtrundgang angesagt. Ganz nahe liegt der Dom San Rufino mit seiner prachtvollen Fassade (sie zählt zu den schönsten Umbriens). Im Innern das Taufbecken, in dem der hl. Franziskus, die hl. Klara und auch Kaiser Friedrich II getauft wurden. Unterhalb liegt die Chiesa Nuova, die anstelle des (vermuteten) Elternhauses des Heiligen erbaut worden ist. In der Kirche Santa Chiara befindet sich die Grablege der hl. Klara. Zudem wird hier das Holzkreuz aus San Damiano aufbewahrt, von dem herab Christus Franziskus aufgefordert haben soll: Bau meine Kirche wieder auf. San Damiano liegt eine halbe Gehstunde unterhalb von Assisi. Das bescheidene Kloster beherbergte den ersten Konvent der Klarissinnen. Die hl. Klara ist hier 1253 verstorben. Der hl. Franziskus schuf hier seinen berühmten Sonnengesang.

21.10.: Sonntagsmesse in der Capella di Pace im Konvent San Francesco: Prälat Leopold Städtler als Hauptzelebrant mit Altbischof Maximilian Aichern und Msgr. Josef Bierbauer feiern mit uns Eucharistie. Nachmittags fahren wir mit dem Bus nach Gubbio, wo nach der Legende Franziskus den gefährlichen Wolf sanft gemacht hat. Wir besuchen zunächst die Augustiner-Kirche, die wegen ihrer prächtigen Fresken aus dem 14. Jh. sehenswert ist. Sie zeigen Ge-schichten aus dem Leben des hl. Augustinus. Danach geht’s mit der Freiluft-Seilbahn (man steht in einem Korb) auf den Monte Eletto zum Heiligtum des S. Ubaldo. Ein jäh einsetzender heftiger Gewitterregen beendet den Aufenthalt in Gubbio.

22.10.: Weithin sichtbar ist die Basilika S. M. degli Angeli mit ihrer gewaltigen Kuppel. Im Inneren der Kirche die Portiunkula-Kapelle, in der Franziskus seine Berufung zur Christus-Nachfolge erfuhr. Er ist hier 1226 gestorben. Auch die Cappella delle Rose sehen wir. Die Provinzhaupt-stadt Perugia ist das nächste Ziel. Die Stadt thront auf einem Berg. Die neue Standseilbahn „Mini-Metro“ bringt uns hinauf in das historische Zentrum. Für den Besuch der Nationalgalerie Umbriens im Palazzo dei Priori fehlt leider die Zeit. Wir begnügen uns mit dem Etrusker-Tor, dem Dom und dem Fontana Maggiore. Die Straßen sind voller Leben, schließlich wird hier gerade ein Schokolade-Fest mit vielen verlockenden Angeboten gefeiert. Zuletzt fahren wir zum Lago Trasimeno, wo wir auf der gepflegten Uferpromenade (oder bei einem Cappuccino) die Reise ausklingen lassen können.

Beim Abendessen im Hotel La Rocca dankt Alfred Graf – auch als Funktionär des VÖPH – der Gilde für ihr Wirken und betont, dass Gabriel als einziger Verein solche Reisen anbietet. Er dankt auch den drei geistlichen Herren, dass sie die Reise geistlich begleitet haben, und Ehrenobmann Dr. Karl Ohnmacht (und seinen zwei Assistentinnen) für die hervorragende geistige Betreuung der Reisegesellschaft. Lieselotte brachte ihren Dank an die Reiseleiter in Form eines Gedichtes dar. GB Helmut Racher verglich die Reise mit der in Oberösterreich üblichen „Schmankerl-Roas“, weil wir so viele „Delikatessen“ zu sehen bekamen. Gildeobmann-Stellvertreter Heinz Peroutka übergab sodann im Namen der Reisegruppe den beiden „Willis“ regionalen Wein (darunter ein Rosso di Montefalco) als symbolisches Dankeschön für diese wunderbare Reise.

23.10.: Problemlose Heimreise. Ein Danke gebührt dem Fahrer Helmut vom Reiseunternehmen Neubauer, der den Bus souverän durch enge Gassen wie auch in brenzligen Situationen (verursacht durch disziplinlose Verkehrsteilnehmer) gesteuert hat. Und ein Danke allen Stiftern von geistiger Stärkung.

GILDEREISE 2017, 7.-14. Oktober, nach Schlesien, Tschenstochau und Krakau via Troppau und Olmütz

Siehe weiter die von Franz Reischer zusammengestellte vollständige Bildergalerie
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Text: Gabriela Reischer

Samstag: 19 Gabis aus Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien machten sich mit dem vertrauten Neubauer-Autobus auf den Weg in den Nordosten. Über Drasenhofen, vorbei an Brünn und Olmütz ging es nach Troppau/Opava, das, einst Verwaltungszentrum Österreich-Schlesiens, als weiße Perle Schlesiens bezeichnet wurde. Der Hlaska (Stadtturm) war einst Handelszentrum und Feuerwache, das Schlesische Theater brachte einige Berühmtheiten hervor, die dann in Wien Erfolge feierten. Die Konkathedrale Maria Himmelfahrt aus dem 14.Jhdt. wurde durch die Deutsch-Ordensritter erbaut, hier ist auch Karl v. Liechtenstein begraben. Die historische Substanz von Troppau ist überraschend gut, davon zeugen die restaurierte Kirche des Hl. Adalbert mit angeschlossenem ehem. Jesuitenkolleg, aber auch die Bauten des 19. Jahrhunderts wie das Schlesische Landesmuseum, die an Amts- bzw. Museumsbauten in unseren Breiten erinnern. Am Abend waren freilich die historischen Gewölbe der Bierlokale beeindruckend.

Sonntag: Vorbei durch Jägerndorf und durch die Gefilde des Räubers Hotzenplotz gelangten wir über die tschechisch-polnische Grenze nach Patschkau/Paczkow, wo wir unseren polnischen Reiseführer Robert trafen. Hier gibt es eine vollständig erhaltene Stadtmauer zu besichtigen. Sie hat 19 Basteien und 4 Tore, Patschkau wird auch als polnisches Carcassonne bezeichnet. Weiter ging es nach Glatz/Klodzko, eine Garnisonsstadt an einer strategisch wichtigen Stelle. Mit der Mariensäule 1682, dem Rathaus, dem Löwenbrunnen 17.Jhdt., der Maria Himmelfahrtskirche (Madonna mit dem Zeisig) war Glatz sehr beeindruckend, wenn es auch einer gründlichen Restaurierung bedarf sowie einer Schaffung von touristischer Infrastruktur (Toiletten und Gasthäuser). Über einen Arm der Neisse führt die mittelalterliche Brückentorbrücke, die wie eine kleinere Form der Prager Karlsbrücke aussieht und dem hl. Nepomuk geweiht ist. Bei der Minoritenkirche konnten wir dem Einzug einer Prozession beiwohnen und so die in Polen gelebte religiöse Frömmigkeit erleben. Weiter ging es nach Schweidnitz/Swidnica - ehemals Hauptstadt des Fürstentums Schweidnitz-Jauer. Hier besichtigen wir die Friedenskirche zur Hl. Dreifaltigkeit, eine von drei Friedenskirchen lt. den westfälischen Friedensbestimmungen des Jahres 1648 verbunden mit Einschränkungen auf die Baumaterialien Holz, Lehm und Stroh. Dennoch entstand innerhalb eines Jahres eine bemerkenswerte dreistöckige Fachwerkkirche mit 3500 Plätzen. Tolle Wandmalereien und Schnitzkunst beeindruckten uns sehr. 1657 wurde der erste Gottesdienst gefeiert. Im ehem. Torhaus - jetzt ein kleines Cafe – konnten wir gegen 16 Uhr die erste Einkehr des Tages mit einer Stärkung erlangen um mit vollem Elan Breslau zu erreichen, der uns zu einem Besuch des Schweidnitzer Kellers verleitete.

Montag: Breslau liegt an der Oder und wird wegen ihrer vielen Seitenarme auch als Venedig des Nordens bezeichnet. Die Jahrhunderthalle, 1913 von Max Berg gebaut, seit 2006 UNESCO Weltkulturerbe, ist eine Stahlbetonkonstruktion mit einer Kuppel, die von 32 Rippen getragen wird und an den Pantheon in Rom erinnert. Vor der Halle steht eine 104 m hohe Stahlnadel, von Prof. Hempel anlässlich des 1948 stattfindenden Weltfriedenskongress gebaut. Weiter geht es zur Dominsel, auf der sich sechs Kirchen – größtenteils in Backstein ausgeführt - befinden, darunter die Kathedrale St. Peter und Paul, die auch eine barocke Kapelle, ausgestattet von Johann Fischer von Erlach, birgt. Im historischen Viertel werden am Abend noch die Gaslaternen von einem Laterner angezündet. Über die Dombrücke, die im 13. Jahrhundert während einer Palmprozession einstürzte, gelangt man zur Sandinsel mit der Kirche Maria im Sande und einer Schiffsanlegestelle. Vorbei an der Markthalle (auch ein Stahlbetonbau mit parabolartigen Elementen) und an der Jesuitenkirche erreichten wir die berühmte Universität „Leopoldina“. Der Stiegenaufgang der Universität – hier befinden sich viele Wand- und Deckenmalereien schlesischer Städte führt zur Aula Leopoldina: ein Festsaal mit einer hervorragenden Akustik und tollen Wand- und Deckenmalereien und Statuen der Habsburgerkaiser Leopold I., Karl VI., und Josef I. Nun führte uns unser Stadtrundgang zum Rynek, dem Marktplatz: 11 Straßen führen zu ihm, in der Mitte thront das Rathaus, dessen Ostseite auch eine Briefmarke ziert. Der Marktplatz ist umgeben von vielen gut erhaltenen Bürgerhäusern aus dem 16.Jhdt und mehr, auch die Garnisonskirche und die beiden verbundenen schmalen Häuser - „Hänsel und Gretel“- sind hier zu finden. Nachmittags wurde die Stadtführung mit einer kleinen Flussschifffahrt auf der Oder komplettiert. Abends gab es im Hotel-Restaurant ein Treffen mit dem Obmann der polnischen Gabriel-Gilde Mag. Bogdan Michalak und seinem Sohn Slawomir, die aus Posen angereist waren. Jeder Teilnehmer erhielt von ihm eine philatelistische Aufmerksamkeit wie auch die Kartenschreiber mit entsprechenden Briefmarken versorgt wurden.

Dienstag: Mit dem Kloster Leubus/Lubiaz mit seiner langen Fassade 233 m, länger als der Escorial (207m), sahen wir eine der größten Zisterzienserklosteranlagen in Europa, die leider schon sehr dem Verfall preisgegeben ist. Dennoch wurden einige der wichtigsten Säle wiederhergestellt, wie der barocke Fürstensaal, das Refektorium, die Bibliothek und das Sommerrefektorium. Der zweigeschossige Fürstensaal ist einer der prächtigsten Barocksäle Europas. 1738 von namhaften Künstlern gestaltet ziert ein riesiges Gemälde auf Leinwand die Decke, verbunden mit optischen Irritationen. Beeindruckende Geschichten werden erzählt, die dem Haus Habsburg durch ihre panegyrischen Überhöhungen einen Platz im Olymp der Geschichte sichern sollten. Leider wurde nach dem Krieg vieles von der roten Armee zerstört, sichtbar beim Gang durch die kahle und völlig ausgeräumte Kirche Maria Himmelfahrt. Wir gelangten zum Schloss Schildau, im Hirschberger Tal der 32 Schlösser gelegen. Der ansonsten bestehende Blick auf die Schneekoppe, dem höchsten Berg des Riesengebirges blieb uns aus Wettergründen leider verwehrt. Schloss Schildau, jetzt ein romantisches Schloss mit vier Türmen und einem Landschaftspark umgeben, wurde 1839 von König Friedrich Wilhelm III. seiner Tochter, der Prinzessin Luise von Preußen und ihrem Mann Wilhelm von Oranien-Nassau geschenkt. Seit 2007 einer privaten Stiftung gehörend beherbergt es Restaurant, Hotel und Kongresszentrum. In dieser tollen Atmosphäre durften wir ein kräftiges und gutes Mittagessen genießen. Hernach fuhren wir weiter hinauf nach Krummhübel/Karpacz im Riesengebirge. Hier befindet sich die Norwegische Stabholzkirche Wang aus dem Mittelalter, die 1841 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. erworben und in Brückenberg (Karpacz Górny) 885 m, mittlerweile ein Ortsteil von Krummhübel, wiederaufgebaut wurde. Die Kirche besteht aus norwegischem Kiefernholz und ist reich mit Schnitzereien versehen, zum Beispiel mit Tierdarstellungen und Ornamenten. Ein separater Laufgang um das Kirchenschiff dient zu Meditationszwecken und schützt das Kircheninnere vor Kälte. Die tragende Konstruktion des Gebäudes besteht aus-schließlich aus hölzernen Teilen und verwendet keine eisernen Nägel.

Mittwoch: Rund eine Stunde nördlich von Breslau erreichten wir die Basilika der Hl. Hedwig, mit dem angeschlossenen Kloster der Zisterzienserinnen, heute von polnischen Borromäerinnen besiedelt. Die Hl. Hedwig aus dem Hause v. Andechs-Meranien wurde 1186 mit dem Herzog Heinrich v. Schlesien verheiratet. Nach seinem Tod stiftete sie zahlreiche Kirchen und Klöster, so auch in Trebnitz, wo die barocke Pracht, die ihren Sarkophag umgibt, einen um-werfenden Eindruck hinterließ. Nach vierstündiger Fahrt quer durch die Lande erreichten wir Tschenstochau, wo sich die Klosteranlage der Pauliner (Jasna Gora/Klarenberg, auch heller Berg genannt) befindet. In ihr befindet sich das nationale Symbol Polens, das Gnadenbild der wundertätigen Jungfrau Maria (Schwarze Madonna), das größte Marienheiligtum Mitteleuropas. Aus den vielen Votivgaben wurden ab dem 16.Jhdt. Kleider für die Madonna genäht, die jeden „Karmittwoch“ gewechselt werden. Mittlerweile besitzt sie 11 solcher Kleider. Die Madonna ist in einer eigenen Gnadenkapelle neben der Basilika situiert. Das Bild stammt ursprünglich aus dem ukrainischen Bels und wurde von Herzog Władysław II.1382 den Paulinern übergeben. Eine sehr gut Deutsch sprechende Führerin – die ihre Verbundenheit mit Wien zeigte – brachte uns die gewaltige Anlage incl. Rittersaal und Schatzkammer näher; einmal mehr waren wir von der tiefen und großen Verehrung beeindruckt, die die polnischen Landsleute dem Gnadenbild bezeugen.

Donnerstag: Krakau ist die zweitgrößte Stadt Polens, wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört und liegt an der Weichsel. Die Stadtführung durch Krakau begann mit dem Aufstieg zum Wawel, der ehemaligen Residenz der polnischen Könige. Den Höhepunkt der Besichtigung des Wawelhügels stellte die dreischiffige Kathedrale mit Sigismundkapelle, Wasakapelle und Sigmundsglocke dar. Papst Johannes Paul II war Erzbischof dieser Kathedrale, in der das Grab des 1683 vor Wien siegreichen Jan Sobieski III. zu sehen ist. In der Altstadt durfte die Besichtigung des Altars von Veit Stoß mit seinen nahezu 3 m hohen Schreinfiguren in der Marienkirche nicht fehlen. Der fast unüberschaubar große Rynek mit den mittig angeordneten Tuchhallen, in denen früher mit Salz, Kupfer und Blei gehandelt wurde, zeigte ein enormes touristisches Treiben und Leben. An Nachmittag wurde noch der Kasimierz, das jüdische Stadtviertel besichtigt. In Krakaus Altstadt pulsiert das Leben und es gibt vieles zu entdecken.

Freitag: Eine Gruppe besichtigte das Salzbergwerk Wieliczka, Weltkulturerbe seit 1978, ca. 15 km von Krakau entfernt. Wir begaben uns bis zu 135 m (drei Solen) unter Tage um wunderschöne Hallen und Kapellen und Säle aus Salzkristall zu besichtigen, auch einen unterirdischen See gibt es. Im Bergwerk gibt es 9 Solen (327 m), auch einen Heilstollen. Zur Stabilisierung der einzelnen Geschoße wird Holz verwendet, manches ist durch das Salz versteinert und hunderte Jahre alt. Runter ging es zu Fuß, rauf mit einem Fahrkorb. Das geförderte Steinsalz ist grün. In den Stollen ist eine konstante Temperatur von 15° C. Die zweite Gruppe besichtigte das neu errichtete Sanktuarium von Papst Johannes Paul II. sowie die Klosteranlage der göttlichen Barmherzigkeit. Im Johannes Paul II.-Zentrum wird die Kleidung aufbewahrt, die der Papst zum Zeitpunkt des Attentates getragen hat. Die Kirche ist mit Mosaiken von Ivan Rupnik SJ ausgestaltet, die in 14 Tagen mit 20 Mönchen gefertigt wurden. Das Altarbild zeigt den Papst mit all den Heiligen und Seligen, die der Papst berufen hat. Der Nachmittag war zur freien Verfügung, der von den meisten zu einem letzten Besuch der Altstadt genutzt wurde; einige suchten per Straßenbahn nochmals das jüdische Viertel auf, das viele bodenständige Lokalitäten aufweist.

Samstag: Es folgte die komplikationslose Heimreise mit einem Zwischenstopp in Olmütz. Die Stadt der Brunnen (und Quargeln) ist die sechst größte Stadt Tschechiens. Am Hauptplatz zeigen sich auch hier viele alte Bürgerhäuser, wir hörten die Astronomische Uhr schlagen, das Rathaus und die barocke Mariensäule und einen kleinen Markt auf dem Platz konnten wir sehen. Einige schafften es auch zum Wenzelsdom, der etwas weiter entfernt war. Nach einer kurzen Labung ging es weiter der Heimat entgegen, die wir Dank unserem Buschauffeur Alex gut erreichten.